Geld ist die wichtigste Sprache der Menschheit!

100_Deutsche_Mark_BundesbankSehr geehrte Damen und Herren,
geschätzte GEOPOLITICAL.BIZ Community,

Geld hat in Bezug auf seine Nutzungsmöglichkeiten drei wesentliche Grundeigenschaften: die Wertaufbewahrungs-, die Wertmessungs- und die Zahlungsmittelfunktion. Je stärker ein bestimmtes Gut diese drei Eigenschaften erfüllt, desto besser wird es als Geld angesehen. Die Kommunikationsfunktion des Geldes ist uns hingegen bislang kaum bewusst.

Geld besitzt eine Kommunikationsfunktion in unserem Wirtschaftssystem

Geld ist das Medium, das unsere gesellschaftliche Entwicklung seit Jahrtausenden beeinflusst. In der Studie „Gutes Geld“ des Frankfurter Zukunftsinstituts wird Geld heute als die einzige Sprache definiert, die weltweit verstanden wird. Unser zunehmend digitaler Lebensstil wird in absehbarer Zeit zu einem anderen Geldsystem führen. Basierend auf digitalen Währungen mit neuen Chancen, aber auch Risiken.

Geldsystem: Wie schöpfen und nutzen wir Geld in der Zukunft?

Früher oder später werden gravierende Strukturreformen in der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Europas zu Änderungen in unserem Geldsystem führen. Je später dies geschieht, desto höher ist die Gefahr, dass diese Strukturreformen mit einer Währungsreform auf dem Rücken der Völker Europas einhergehen werden. In Europa gibt es vieles, das uns trennt. Von unterschiedlichen Sprachen und Mentalitäten der Bürger bis hin zu Steuern, Wirtschafts- und Vermögensverhältnissen.

Ein Medium aber (zwangs-)vereint uns alle: der Euro. Aus diesem Grunde liegt in unserem gemeinsamen Geld auch der Generalschlüssel zum Tor der Probleme und der Lösungen. Auch wenn Euro die aktuelle Krise überlebt, kann es jederzeit zu gravierenden Änderungen im Geldsystem kommen. Erste Anzeichen dafür gibt es bereits, allen voran in Island oder den skandinavischen Ländern. Aber auch in der Schweiz.

IslandNachhaltige Wege aus einer Krise: Island statt Griechenland?

Im Gegensatz zu den fortlaufenden “Wasserstandsmeldungen” aus Griechenland habe ich zu Entwicklungen in Island in den breiten Medien kaum etwas gelesen. Während in Griechenland mit allen Mitteln ein Staatsbankrott und der Euro-Austritt verhindert werden sollen, hat Island die Staatspleite bereits hinter sich. Sieben Jahre ist der der finanzielle Zusammenbruch des isländischen Staates mittlerweile her.

Island hat im Gegensatz zu den Euro-Ländern Portugal, Spanien oder Griechenland infolge der letzten großen Finanzkrise im Jahr 2008 die Banken und das Finanzsystem nicht mit staatlichen Rettungsschirmen künstlich gerettet. Der isländische Staat traf vollkommen unkonventionelle, harte Maßnahmen: Die in Schieflage geratenen Banken wurden fallengelassen, zahlreiche Banker wanderten ins Gefängnis und Schulden wurden einfach nicht mehr zurückbezahlt. Zu Beginn des Jahres 2009 waren 80% der Unternehmen und rund 30 % der Privaten Haushalte pleite! Die Isländische Krone als Landeswährung stürzte ab, der freie Kapitalverkehr wurde eingeschränkt. Das Land wurde grundlegend saniert auf Kosten der Bürger, Unternehmen und Gläubiger.

Island plant eine Währungsreform hin zu einem Vollgeldsystem

Ende März 2015 wurde im stark krisengebeutelten Island im Parlament ein Report vorgelegt mit dem Arbeitstitel „Ein besseres Geldsystem für Island“. Sollte dieser Vorschlag umgesetzt werden, würde das eine Revolution im bestehenden Finanzsystem bedeuten. Der Vorschlag sieht vor, dass den Geschäftsbanken die Möglichkeit der Geldschöpfung entzogen wird.

Bankkredite müssen vollständig aus Geld bestehen, das durch die Notenbank gedeckt sein muss. Ein Vollgeldsystem also. Auch in der Schweiz gibt es heute bereits eine Volksinitiative zur Umsetzung eines Vollgeldsystems. Vor diesen Rahmenbedingungen empfehle ich Ihnen, dass Sie selbst bereits heute – zumindest für Teile Ihres Geldes – ein eigenes, privates Vollgeldsystem schaffen.

Gold ist Geld, alles andere ist Kredit!

Die ursprüngliche Zahlungsverkehrsfunktion von Geld war die Tauschfunktion über Warengeld. Die erste erfolgreiche Währung dieser Art war dabei 1.500 Jahre vor Christus die Kauri-Muschel. Dieser fehlte es aber an der wichtigen Eigenschaft, nämlich der Wertaufbewahrungsfunktion. Dadurch wurden die Edelmetalle, allen voran Gold und Silber sehr schnell zum ältesten Wertaufbewahrungsmittel weltweit. An dieser Funktion hat sich bis heute nichts geändert.

Im Gegensatz zu allen anderen Geldwährungen, von Papiergeld bis hin zu Aktien, haben physische Edelmetalle niemals in der Historie über tausende von Jahren ihren inneren Wert verloren, auch wenn dieser immer wieder hohen Schwankungen unterworfen war.

„Gold ist Geld, alles andere ist Kredit!“ Das Zitat des legendären US-Bankers J.P. Morgan ist heute so gültig wie vor 120 Jahren. Deswegen gilt mein Augenmerk gerade auch den physischen Edelmetallen. Das reale Geld in Form von Gold und Silber ist Chance und Risikoausgleich der zunehmenden Bargeldlosigkeit.

Interview mit Markus Miller von der Edelmetall- und Rohstoffmesse 2015 aus München

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3 Gedanken zu „Geld ist die wichtigste Sprache der Menschheit!

  1. Jörg Lenau

    Diese Denkweise führt dazu, daß sich die Menschen der Handlungen nicht mehr bewußt sind und so führt es in der Kommunikation auch zu reinen Abhandlungen von Sachwerten, wohingegen die Sinneswerte in der Abstellkammer stehen und nicht ansprechbar sind.

    Wer sein Bewußtsein und sein Selbst entdecken will, der muß seinem Verstand die Sinnlichkeit und die damit verbundenen Werte offenbaren. Diese Werte kann man nach wie vor nicht mit Geld kaufen – einzig den Anschein dessen.

    Und so gelangt man auch heute nicht an die wahren materiellen Werte nicht mit Geld alleine, sondern durch Beziehungen. Das findet man auch beim regulären Einkauf, wo die hochwertigen Sachgüter immer mehr aus dem Alltagsmarkt verschwinden und man ohne die notwendigen Kontaktinfos gar nicht mehr an Hochwertiges gelangt.

    Und was das Geld selbst betrifft, so hat es nach wie vor rein subjektiven Wert und steht ebenso nach wie vor als Zwischenhandelsprodukt zwischen zwei Seiten der Leistungsgeber, sodaß die Relation dazwischen erheblichen Differenzen unterliegt. In dem Bezug ist der Geldhandel selbst der Zertörer des Geldwertes, denn dieser bedingt des möglichst billigen darankommens, um es möglichst teuer zu verkaufen.

    Antworten
  2. Christina Hatzoglos

    —- was das Geld selbst betrifft, so hat es nach wie vor rein subjektiven Wert ” mM nach hat a l l e s einen subjektiven Wert – für den einen Dollarscheine für den anderen Golddukaten – oder Gesundheit! – Glück im Spiel usw.usf. …. traurig,dass nur BANKNOTEN zählen.
    Banknoten sind kein Sachwert – diese bedeuten VERTRAUEN auf/in das Vertrauen in die Politik.
    Man sollte darüber nachdenken, w e m man sein Geld anvertraut–

    Antworten
  3. Michael

    Ein wirklich schöner Beitrag. Kompliment!

    Besonders schön finde ich die Bezeichnung von Geld als Kommunikationsmittel. Manche meinen sogar, Geld sei nur Energie…aber das ist schon etwas esoterisch.

    Island als auch Canada gelten für mich als die Musterbeispiele einer stabilen Finanzwirtschaft. Es war ja nicht immer so das die Banken “böse” seien. Banker, war in der Vergangenheit ein ehrbarer Beruf . Die Gesellschafter waren noch voll haftend. Nach dem Motto: Gehts meinem Kunden schlecht, so geht es uns schlecht…leider scheinen die Zeiten vor bei zu sein.

    Gold ist Geld, alles andere ist Kredit? Das ist mir nun doch etwas zu harsch bze. einseitig…ich bin auch ein Fan von Geld, das durch Gold oder Silber gedeckt ist, jedoch haben beide Systeme, das jetzige und das damalige (Braton Woods Abkommen), Vor- und Nachteile.

    Freue mich schon auf weitere Beiträge und verbleibe mit

    Besten Grüße,
    Michael

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